Montag, 6. Februar 2012

Chimarrão

Wie schon erwähnt, mache ich jetzt einen kleinen (aber wichtigen) Exkurs über Chimarrão, das "national" Getränk der Gauchos.
Chima (ausgesprochen: Schima) ist ein Tee aus Mateblättern (Stechpalmengewächs). Dieser wird traditionellerweise in einer "cuia" (Endteil eines ausgehöhlten Flaschenkürbis) mit einer "bombilla" (Metall "Rörli" mit einem Sieb am unteren Ende) getrunken. Doch dies ist nicht nur ein Tee, nein dies ist eine Kultur, ein Ritual! Getrunken wird Mate mit Freunden und Familie, auf der Strasse, in Parks, bei der Arbeit, an öffentlichen Anlässen, einfach überall! Als Gastgeber gehört es zum guten Ton, seinem Gast einen mate anzubieten. Die cuia, in der sich bereits Mateblätter befinden (ich hatte noch nicht die Ehre in diese Kunst der Zubereitung eingeweiht zu werden) wird mit warmem Wasser gefüllt und so getrunken. Es wird immer nur ein Mate zubereitet, den man dann herum reicht. Entweder füllt der Gastgeber die cuia immer wider auf oder sie wird nach dem trinken selbst aufgefüllt und weiter gegeben.Man kann sein Chima mit diversen Kräutern und Gewürzen bereichern. Bis jetzt hatte ich mate  mit Zucker oder Kümmel zusatz.
Auf dem Markt kann man Taschen kaufen, die extra fürs Chima (cuia) + Zubehör (eine Termoskanne mait warmem Wasser) konzipiert sind! Aber die meisten laufen einfach so mit einer Termoskanne in der einen und einer cuia in der anderen Hand durch die Strassen.

Da ich diese Tradition schon kannte (Adelaide sie Dank!) habe ich mich schon darauf gefreut, aber ich war nicht darauf vorbereitet, dass alle und vorallem überall mate getrunken wird!

Im Park mit dem "Fitnesszentrum" im Hintergrund :)
Währenddem der Gouverneur eine Rede hält...
Mate doce für Emily und einen normalen für uns

Donnerstag, 2. Februar 2012

a colonia

Gestern war ich auf der Colonia, wo die Familie Herbertz bis vor 6 Jahren gelebt hat. Der Bauernhof ist noch einmal etwa 12 km von Três de maio entfernt und von Feldern und Wälder umgeben. Ein kleine Häuschen mit einemgrossen Stall für die Kühe, einem Hühnerhaus, einem früheren Schweinestall.(jetzt gerade im Umbau) und einem Unterstand für die Fahrzeuge. Als die Familie Herbertz noch hier wohnte, hatten sie sogar noch eine Bienenkolonie. Im dazugehörigen Land wird Soja angepflanzt und es hat einen See zum Fischen (der im Moment leider ausgetrocknet ist…) Ein wunderschönes Fleckchen Erde am Ende der Welt (oder am Anfang?)
v.l.: Die Garage, der Schwinestall, der kleine und der grosse Stall



Der grosse Stall, die neuen und alten Betreiber, im Hintergrund die Garage und der Schweinestall

Der ausgetrocknete See... umgeben von Sojaplantagen. Der Hof liegt links ausserhalb des Bildes, das Land geht bis zum Wald hoch und rechts noch ein bischen weiter.
Um dort hin zu gelangen sind wir über Stock und Stein gefahren. Das Land ist sehr hügelig dort und da es auf dem Land ist keine geteerten Strassen. Das Auto hat brav mitgespielt, doch manchmal hatte ich Angst, dass die Räder durchdrehen und wird den Hügel hinunter rollen statt hinauf... Als ich erzählt habe, dass bei uns in der Schwiez die Erde braun und der Staub grau ist, stiess ich auf erstaunte Gesichter. Hier ist sowohl die Erde wie auch der Staub rot! Sehr gewöhnungsbedürfitg, aber ich finde es noch schön :)

Einfahrt in die Colonia

Mittwoch, 1. Februar 2012

Familie Herbertz in Três de maio


Das Haus mit Garage

Der Berner Sennenhund Baldoggi
Die Terasse und ein Teil des Garten

Olga, Emily tomar um Chima e Marcia


Emily, Marcia e Marlene

Aussicht vom Balkon

Der Churrascero Nilo

Nachtessen mitArbeitskollegen von Marcia (Politiker)



Três de maio


Três de maio (Dritter Mai) liegt im Landesinnern von Brasilien (7 Stunden Busfahrt von POA) fast an der argentinischen Grenze. Hier kennt jeder jeden und weiss über alle Familienmitglieder Bescheid. Da ist es schon etwas Besonderes wenn man einen Schweizer in der Familie hat! Als ich hier ankam gab es sogar eine Nachricht im Radio, dass jetzt eine Schweizerin in der Stadt verweilt (aber auch nur weil meine "Grossmutter" Marlene den Radiosender angerufen hat :) Der Alltag ist gemütlich und einfach. Im Garten sucht man sich ein Plätzchen im Schatten wo der Wind am besten hinkommt und trinkt den lieben langen Tag Chimarrão ,eine Art Tee (dazu später mehr!) Zu gegebener Zeit geht man ins Haus und schaut seine Telenovela schauen. Oft habe ich auch mit meiner kleinen „Cousine“ Emily gespielt oder gezeichnet.
Hier ist alles sehr weit vom Brasilien der Klischees entfernt. Hier leben richtige Gauchos (So nennen sich die Einwohner des Staates Rio Grande do Sul). Alle stammen von europäischen Einwanderern ab. (Viele von Deutschen) Familien von Três de maio heissen: Herbertz, Becker, Jost, Winkelmann, Fischer ect. In der Generation der Grosseltern sprechen fast alle Deutsch, denn sie hatten Deutsch in der Schule. Doch sie haben mit den Jahren ihr eigenes Deutsch entwickelt, dass vor allem zu lesen sehr amüsant ist :)
Kleine Kostprobe aus der Zeitung (eine Kurzgeschichte auf der Witzseite) : „ Do honn se dann ihre aparelhos ufgstellt, so wie es dunkel wa, do honn se dann angefang se beobachte, de wond, die sterne um dat ganze rinsfieh.“

Donnerstag, 26. Januar 2012

pôr-do-sol


Olga und ich sind gestern Marcia von der Arbeit abholen gegangen. Doch aus dem Abholen wurde ein langes warten... zum Glück! Es bescherte mir meinen ersten richtigen Sonnenuntergang über dem Guaiba. Porto Alegre ist bekannt für seine schönen Sonnenuntergänge. Ich freue mich schon auf weitere:)










POA zum ersten

Seit 5 Tagen bin ich jetzt schon im "Fröhlichen Hafen" . Ich wohne hier in einer Pension, in der ich im Moment noch ein eigenes Zimmer habe. Hier schlafe ich und esse mein Frühstück (meist leckere, frische, tropische Früchte) Danach verbringe ich meine Zeit mit, sagen wir einmal Verwandten :)
Marcia arbeitet im für den Staat im "Secretaria da justiça e dos direitos humanos", dank ihr bin ich jetzt in Porto Alegre. Sie hat mir die Pension organisiert und auch mein Praktikum.
 
Olga, ihre Tochter studiert Archivologie in Santa Maria, einer Stadt, die etwa 4 Stunden Landes einwärts liegt. Im Moment hat sie Ferien, zeigt mir die Stadt und ist meine Dolmetscherin.
Beide geben sich sehr viel mühe mit mir und ich fühle mich sehr gut aufgehoben bei ihnen :)

Obwohl ich noch nicht sehr viel von Porto Alegre gesehen habe gefällt es mir sehr gut.
 In Porto Alegre münden mehrere mittelgrosse Flüsse in den Guaiba. An diesem Zusammenfluss liegt auch ein grosser Flusshafen. Doch der Guaiba fliesst in Porto Alegre nicht ins Meer sondern in die Lagoa dos Patos. Der "Entensee" ist eine riesige Lagune, die für eine Schweizerin wie ein grosser See aussieht :) Leider kann man im Guaiba nicht baden, da er sehr verschmutz ist. Aber wenigstens ist Wasser sieht man ein Wasser, das ist immer gut und schön.
Ich wohne in der Nähe vom Parc Farapillho. Ein sehr grosser Park in dem es See gibt wo man Pedalo (alle Boote sehen aus wie Schwäne) fahren kann! Am Sonntag waren wir dort auf einem grossen (Floh)markt.
Doch allgemein sind wir sehr oft in drinnen, da man es draussen bei 37 Grad mit warmem Wind nicht lange aushält. Von Marcia’s Wohnung aus (13&14 Stock) überblickt man die ganze Stadt. Eine wundervolle Aussicht! 




Mittwoch, 25. Januar 2012

a ligação

"a ligação" auf Deutsch übersetzt heisst "die Verbindung". Meine liebe Daria ist auf diese glorreiche Idee gekommen :) Hier möchte ich ihr ganz herzlich danken, ohni sie gäbe es diesen Blog nicht.
Sehr viele Freunde, Verwandte und Bekannte haben mich gebeten ihnen zu schreiben, was ich als sehr schmeichelhaft empfand. Da schien mir ein Blog passen. Hier kann jeder zugreifen und "seinen Senf" dazu geben ;)
Viel Spass!